2018/10 Elefantentouren in Thailand

Elephant Special Tours Thailand - ein tierisches Abenteuer

Seit 2016 mache ich meine Ausbildung zum „staatlich geprüften Assistenten für Hotel- und Tourismusmanagement“. Im ersten Lehrjahr bin ich für 8 Wochen nach Berlin in ein Reiseunternehmen, das sich auf jüdische Reisen spezialisiert hat. Für meine übrige Praktikumszeit hat mich das Fernweh nach Thailand verschlagen. Genauer gesagt nach Mae Sapok, einem kleinen Dorf eine Autostunde von Chiang Mai entfernt, der `Kulturhauptstadt´ im Norden des Landes, beim touristischen Unternehmen Elephant Special Tours. Dort verbrachte ich also meinen Sommer mit sehr netten Leuten, die ich vermisse, mit leckerem Essen, das ich mir auch hier in Deutschland wünsche, und mit phänomenalen Tieren, von denen ich immer noch ausgiebig schwärme. Im Reportoire hat Elephant Special Tours 8 verschiedene Touren:

• Elefanten-Begegnung (2 Tage)
• Elefanten-Hautnah-Tour (3 Tage)
• Elefanten-intensiv-Tour (5 Tage)
• Elefanten-Führerschein (14 Tage)
• Elefanten-Treck (10 Tage)
• Elefantensafari der Extraklasse (4 Tage)
• Elefanten-Anti-Stress-Tour (5 Tage)
• Elefanten-Familien-Tour (4 Tage)

Mit dieser Auswahl findet man eigentlich immer die richtige Tour und kann sie auch noch an persönliche Anforderungen angleichen. Abhängig von unseren Gästen, Alter, Fitness, Lust, Sicherheit, u.ä., haben wir als Tourguides auch die Routen für unsere Lauf- oder Reittouren ausgesucht und konnten auf Wunsch natürlich noch mehr anpassen. Ich habe die Elefanten-Begegnung und die Hautnah-Touren geleitet, das die beiden mit Abstand die meist gebuchten Touren sind. Bei jeder Tour ist eine deutschsprachige Reiseleitung, Vollpension und Trinkwasser, Transfer vom Hotel zu Elephant Special Tours und zurück nach Chiang Mai im Preis enthalten. Jede Tour hat immer gleich begonnen und geendet, je länger sie wurden, desto mehr Tage hat man mit Reiten oder Ausflügen verbracht. Der Tag der Ankunft hatte folgenden Ablauf: Die Gästen werden aus verschiedenen Hostels/Hotels in Chiang Mai abgeholt und gegen 10 zu uns gebracht. In der White Lodge, in der sich das gesamte Leben des Unternehmens abspielt ist nicht genug Platz, um alle Gäste unterzubringen. Deswegen arbeiten wir eng mit dem Mae Wing Guesthouse and Resort auf der anderen Straßenseite zusammen. Dort haben Gäste eine urige Standartunterkunft im Teak-Haus oder können sich, für etwas mehr Privatsphäre, ein Bungalow dazu buchen. Dort werden sie von lecker bekocht, typisch thailändisch mit europäischer Schärfe – also mild – und haben Raum für sich. Bei Kaffee oder Tee wird der Ablauf des ersten Tages erklärt und schon die ersten Fakten zu Elephant Special Tours geteilt. Danach schnell umgezogen und los geht es zu den Elefanten. Dort angekommen haben die meisten schon ihre Kameras und Handy gezückt, weil sie endlich die Tiere zu sehen bekommen. Bevor es allerdings an die sanften Riesen geht, gibt es ein bisschen Elefantenkunde über die Geschichte der Elefanten in Asien mit dem Menschen zusammen, wie der Ansatz von Elephant Special Tours ist und die Unterschiede zwischen Foto: Eingang zur Unterkunft der Gäste asiatischem und afrikanischem Elefant. Bis zum Ende ist meist eine Stunde vergangen und vor dem Mittag gibt es noch die erste Portion Elefant hautnah. Dabei sind nur ein paar Kleinigkeiten zu wissen: Elefanten berühren sich untereinander auch ganz viel, also ist unser Streicheln kein Problem für sie, allerdings sollte man um die Rüsselspitze und die Füße einen Bogen machen – aber genug Elefant zum Anfassen bleibt dann ja trotzdem noch über. Auch ist es kein Problem hinter einem Elefanten zu laufen oder die Seite zu wechseln. Sie sind nicht so schreckhaft wie z.B. Pferde oder Kamele. Sich den Elefanten vorstellen sollte man trotzdem bei der ersten Begegnung, indem man langsam auf ihn zu geht und ihn deinen Geruch aufnehmen lässt. Elefanten haben einen sehr gut ausgeprägten Geruchssinn und erkennen jemanden an seinem Geruch, nicht etwa an seinem Aussehen. Die Schockstarre oder Überwältigung ist nach den ersten paar Minuten neben den Tieren auch meistens vergangen und die Freude wächst von Moment zu Moment. Die borstigen Haare überraschen viele, dennoch will man nicht aufhören sie zu streicheln. Bei Reittouren ist nach dem Mittagessen Vorführungsstunde „Wie komme ich auf den Elefanten drauf?“ angesagt. Auch nach 3 Monaten, kann ich das nicht besonders elegant, und versuche anderen Gästen die Sorgen zu nehmen, während ich den Aufstieg und Herunterkommen zeige. Als Tourguide hat man am ersten Tag zwei Stunden Zeit, um die Gäste kennen zu lernen, und sie dann den Elefanten zu zu teilen. Wenn möglich charakterlich und Anspruch entsprechend. Ohne Umschweife geht es dann auch für die Gäste auf die Tiere, die sie die nächsten Tage genauer kennen lernen werden. Meine Praktikumszeit war in 2 große Teilbereiche aufgegliedert: organisatorische Tätigkeiten im Büro und als Reiseleitung in den Camps. An meinen Arbeitstagen im Büro hatte ich folgende Aufgaben:

• Webseitengestaltung (Tong-Bai.com) und Übersetzung auf English
• E-Mail Anfragen beantworten
• Rechnungen schreiben
• Kundennachbetreuung per Mail
• Transfer von/nach Chiang Mai organisieren
• Betreuung der Social Media Kanäle

Als Tourguide hatte ich folgendes zu tun:

• Gästebetreuung zum Frühstück und Abendbrot
• Gäste den Elefanten zuteilen
• Aufsitzen und Absteigen vorzeigen
• korrekten Umgang mit Elefanten erklären
• Routen für den Tag auswählen und Tour-Material bereit halten
• Ausflüge (z.B. Wasserfall, Kindergarten, Elefantengras schlagen) organisieren

Als Reiseleitung ist man die einzige Ansprechperson für seine Gruppe und trägt so die Verantwortung für bis zu 6 Personen, die entweder auf dem Elefanten reiten oder neben ihm 18 herlaufen. Menschenkenntnis und schnelles Lernen, z.B. die Stimmungen von Elefanten lesen können, sind wichtig, um die Sicherheit von allen Beteiligen zu gewährleisten. Da man ein paar Wochen angelernt wird, hat man die Möglichkeit vor Ort abzuschätzen, ob man sich sicher fühlt. Das Praktikum war voller neuer Erfahrungen und vielen Menschen, mit denen man ein paar Tage schöne Momente hatte, bevor wieder neue kamen, und das ganze Spiel von vorne begann. Und das hat Spaß gemacht. Mir hat die Zeit bewiesen, dass ich nach dem Studium direkten Menschenkontakt brauche, denn der macht jeden Tag etwas anders, auch wenn die Aufgaben gleich bleiben. Sich in einem fremden Land in eine komplett neue Kultur rein finden zu können, ist eine leckere, lustige, missverständliche Aufgabe, die die Zeit in Thailand noch lehrreicher gemacht hat. Angesteckt von den Erzählungen und Bilder andere Reisender habe ich schon angefangen eine Liste zu schreiben, in denen ich gerne mal leben und arbeiten möchte. Thailand, und ganz besonders das Elephant Special Tours Team, hat mich ohne Erwartungen oder Vorurteile in ihre Familie mit aufgenommen. Die Lebenseinstellung und allgemeine Akzeptanz Anderen gegenüber, das Dauerlächeln und Zuvorkommenheit kann man sich in Deutschland nur wünschen und ich vermisse meine „Kollegen“ aus Mae Sapok seitdem ich in den Bus in Richtung Bangkok gestiegen bin.